«Den Totentanz juckt es zwischen den Knochen und er braucht wieder mal fri­sche Luft: Die Sensen wollen geschärft werden, die Totenbeinli gegessen, die Flamme weggeschossen, der Tod gibt Antwort dem, der sich getraut, eine Frage zu stellen…Totentanz und Herbstmesse: Diese Urgesteine der Basler Kultur haben ihre Wurzeln im Mittelalter (Herbstmesse 1471, Basler Totentanz um 1440). Die Verbindung von beiden bildet die for­male Grundlage für die Totalinstallation im Park. Jeder der 19 Marktstände öffnet mit einem spezischen Aspekt des Todes den Blick fürs Leben, schärft und inten­siviert ihn. Das Leben gibt es nicht ohne den Tod. Der Tod ist mitten im Leben ein lebendiger Mitspieler.»
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

Herzlich willkommen

Das 1805 zerstörte Kunstwerk des Basler Totentanzes ist eine Ikone in der europäischen Tradition. Als Kreation erinnert der Totentanz an das Sterben. Oder, um es mit dem Philosophen Michel de Montaigne zu sagen, öffentliche Kunstwerke wie die Totentänze machen uns mit dem Sterben vertraut.

1805 wurde das Wandgemälde abgerissen. Glück für uns: So hatten und haben wir freie Hand, einen Totentanz für heute zu präsentieren. Denn der Totentanz spukt immer noch herum. Unzählige Male wurde das Thema in den Künsten inter­pretiert. Immer wieder wird das Motiv, das im 15. Jahrhundert gefunden wurde, aktualisiert und angepasst.

Der Basler Totentanz wurde um 1440 auf die Friedhofsmauer bei der Predigerkirche gemalt. Der Tod lädt, personifiziert als Knochenmann, Vertreterinnen und Vertreter einzelner Stände oder Gruppen zum letzten Tanz ein. Seine Aussage ist schlicht: Alle müssen sterben – diesem Tanz kann niemand entkommen.

Der Verein «Totentanz» produzierte 2013 einen neuen zeitgenössischen Totentanz am Originalschauplatz, dem heutigen Park bei der Prediger­kirche, mit dem britischen Künstler und Filme­macher Peter Greenaway.

Für 2016 hat der Verein Totentanz Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger eingeladen, eine neue Idee für den Totentanz zu entwickeln. Sie ent­warfen das Konzept für einen Markt während der Herbstmesse und haben weitere Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die mit Werken, Kunststücken, Performances und Happenings mitwirken. Die Veranstal­tungen in der Predigerkirche und die Führungen im Historischen Museum hat der Verein Totentanz initiiert.

Vom 29. Oktober bis 13. November 2016 wird der ehemalige Friedhof wieder zum lebendigen Ort, der – wie zu alten Zeiten, als der Basler Toten­tanz noch dort stand – über die Stadt hinaus strahlt.

Samstag, 29. Oktober, 11 Uhr: Eröffnung
Samstag, 29. Oktober bis Sonntag, 13. November, täglich 11–21 Uhr:

Totalinstallation – Happening-Markt
Der Eintritt zu allem ist frei.

Im Park beim Totentanz bei der Predigerkirche

Anfahrt per Tram/Bus
Vom Bahnhof SBB zum Totentanz
– Tram BLT 11 (Richtung St-Louis Grenze) bis Station Universitätsspital
– Bus 30 bis Station Bernoullianum (Richtung Badischer Bahnhof)
– Air Line Bus 50 (Richtung EuroAirport) bis Station Kannenfeldplatz Umsteigen auf Bus 36 (Richtung Schifflände) bis Station Universitätsspital
– Tram BVB 8 (Richtung Kleinhüningen) bis Station Schifflände Umsteigen auf Bus 36 (Richtung Schifflände) bis Station Universitätsspital
– oder von der Schifflände 500 m zu Fuss
– Vom Badischen Bahnhof DB zum Universitätsspital Basel Bus 30 (Richtung Bahnhof SBB) bis Station Bernoullianum